In einem aktuellen Projekt stand ich vor der Herausforderung, eine klassische OLTP‑Datenhaltung in eine event‑sourcing‑orientierte Architektur zu überführen — mit Kafka als zentraler Event‑Bus und Kafka Connect als Brücke zu bestehenden Systemen. Das Ziel war nicht nur, historische Daten zu migrieren, sondern vor allem sicherzustellen, dass nach der Migration die Datenkonsistenz, Idempotenz und Reproduzierbarkeit der Geschäftslogik gewährleistet sind. In diesem Beitrag teile ich meinen Praxistest, die Stolperfallen und eine konkrete Checklist für daten‑konsistenz, die Ihnen helfen soll, ähnliche Migrationen planbarer und risikoärmer durchzuführen.
Warum OLTP → Event Sourcing (mit Kafka)?
Event Sourcing bringt Vorteile wie vollständige Auditierbarkeit, einfachere Reproduktion von Zuständen und bessere Grundlage für CQRS/Reactive‑Architekturen. Allerdings ist die Migration komplex: ein relationales Schema wird in eine zeitbasierte Sequenz von Events umgewandelt. Ich wollte wissen: Wie weit kann Kafka Connect diesen Prozess unterstützen? Wo braucht es zusätzliche Komponenten (z. B. Change Data Capture, Transformationslogik, Rehydration‑Services)?
Architektur‑Übersicht meines Tests
Kurzfassung der eingesetzten Komponenten:
Wichtig war für mich, möglichst viel mit Standard‑Tools zu lösen (Debezium + Kafka Connect) und nur dort zusätzlichen Code einzubringen, wo die Domänenlogik es verlangt. Das reduziert operationalen Aufwand und erhöht Wiederholbarkeit.
Typische Probleme bei OLTP→Event‑Sourcing Migration
Aus meiner Erfahrung treten diese Probleme am häufigsten auf:
Meine Herangehensweise im Praxistest
Ich habe die Migration schrittweise geplant:
Praktische Tipps bei Debezium + Kafka Connect
Einige konkrete Learnings, die ich gesammelt habe:
Checklist: Daten‑Konsistenz bei der Migration
Die folgende Checklist habe ich in diesem Projekt als verpflichtend definiert. Sie lässt sich in ein Runbook integrieren.
| Prüfbereich | Was zu tun ist | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Initialer Snapshot | Snapshot im Debezium konfigurieren; Tabellenreihenfolge festlegen; Locking‑Auswirkungen prüfen | Garantiert Vollständigkeit der historischen Basis |
| CDC‑Kontinuierliche Events | Autocommit/Transactions überwachen; Debezium Offset Storage sichern | Sichert korrekte Fortführung der Event‑Sequenz |
| Event‑Schema | Schemata in Schema Registry definieren; Kompatibilitätsregeln festlegen | Vermeidet Breaking Changes; ermöglicht Consumer‑Evolution |
| Idempotenz | Deduplication Keys, idempotente Consumer‑Logik, dedup Stores | Verhindert doppelte Nebenwirkungen |
| Reihenfolge | Partitioning nach AggregateId, Transaktionsgruppen markieren | Wichtige Reihenfolge für Aggregate‑Konsistenz |
| Historische Rekonstruktion | Batch‑Jobs für Erstbefüllung; Prüfsummen zwischen OLTP und Rehydrated State | Validiert Vollständigkeit historischer Events |
| End‑to‑End Validierung | Golden Record Vergleich, Business‑Rules Tests, Random Sampling | Sicherstellt funktionale Gleichheit vor/nach Migration |
| Monitoring | Lag, Offsets, Connector Health, Dead Letter Queues | Schnelle Erkennung und Reaktion auf Probleme |
Beispiel‑Validierungen, die ich durchgeführt habe
Ich habe mehrere Validierungsstufen angewendet:
Was ich anders gemacht hätte
Rückblickend würde ich stärker in zwei Bereiche investieren:
Ein letztes technisches Detail: Für deduplizierende Consumer habe ich einen kleinen Redis‑Backed Dedup‑Store verwendet (TTL plus Last‑Seen‑ID). Das ist simpel zu betreiben und reicht in vielen Szenarien aus. Bei strengeren Anforderungen an Durability empfiehlt sich jedoch ein Kafka‑topic‑basiertes Dedup‑Pattern oder ein write‑ahead store.
Wenn Sie an einer ähnlichen Migration arbeiten, unterstütze ich gern mit einem Review Ihrer Architektur‑Entscheidungen oder bei der Erstellung eines Migrations‑Runbooks. Schreiben Sie mir konkrete Fragen zur Tool‑Konfiguration, zum Event‑Modeling oder zu Validation‑Skripten — ich teile gern die Skripte und Templates, die sich in diesem Praxistest bewährt haben.